# Menschliche Systeme Der Mensch als komplexer biologischer Organismus besteht aus einer Vielzahl an System unterschiedlichster Ebenen und ist selber Teil verschiedener übergeordneter Systeme. Alle diese Systeme greifen und wirken ineinander, stehen in Bezug zueinander und spielen im therapeutischen Prozess gegebenenfalls eine mehr oder weniger große Rolle. ## Strukturelle Systeme Organelle - Zelle - Gewebe - Organ - Körperbereich - Körper - Mensch - Gemeinschaft - Menschheit ## Funktionelle Systeme 1. soziale- und Ideenwelt (Gx) 2. Bedeutungssysteme (Px) 3. Interaktionssysteme (Zx + Kx (Ox/Rx/Ux)) 4. Innere Regulationssysteme (Ix) 5. stoffliche Umwelt (Sx) Um uns die Komplexität des menschlichen Systems greifbar und verständlich zu machen und gezielt mit ihnen arbeiten und interagieren zu können, teilen wir den Menschen weiter in verschiedene funktionelle Systeme. Der Mensch hat zunächst die Systeme, die ihn am Leben halten und wachsen lassen, so wie ihn jedes Lebewesen hat, von der Pflanze bis zu uns. Sie umfassen die grundlegensten basalen Funktionen und Aktivitäten. Es wird Ix genannt für Inneres System und beschreibt alle metabolen, endokrinen, vegetativen, immunologischen, reproduktiven und kardiopulmonalen Aktivitäten. Dies sind die inneren, unwillkürlichen Regulationsmechanismen des Körpers die auf Homöostase zielen und Adaptionsprozesse durchführen. Daran schließen sich die motorisch-sensorischen Systeme an, wie sie alle höheren Lebewesen besitzen. Dies umfasst die Körperbereiche Kx sowie mit Zx das zentrale Nervensystem als übergeordnetes Steuerungssystem. Die Körperbereiche umfassen mit Ox und Ux die oberen und unteren Extremitäten und mit Rx den Rumpf. Hierbei gibt es funktionelle Überlappungen, indem Ox alle Strukturen oberhalb und Ux alles Unterhalb des Diaphragmas meint, während Rx die gesamte Wirbelsäule samt Kopf, Schultergürtel und Beckenring mein, ohne Arme und Beine. Diese Überlappungen sind relevant, wenn es um die Planung geeigneter Interventionen in Bezug auf Funktionsstörungen dieser Bereiche geht. Mit Px, dem psychischen System schließt sich ein weiteres System an, dass sich in dieser Form nur beim Menschen findet und das aus dem Zx emergiert. Es beschreibt das Ich-Bewusstsein der Person, umfasst alle Aktivitäten hinsichtlich Emotion und Kognition und wirkt darüber im Zx. Dies sind die Systeme, die das Innere des Menschen beschreiben. Darüberhinaus gibt es solche, die außerhalb des Menschen sind und von Außen auf ihn einwirken. Sx ist die stoffliche Umwelt, mit der der Mensch interagiert. Von hier aus kommen mechanische, chemische und thermische Belastungen und alles, was über die Ernährung zugeführt wird. Gx auf der anderen Seite ist die geistige Umwelt, die den Menschen umgibt und in derer er interagiert. Dies meint zum einen die soziale Umwelt, aber ebenso alle Ideen und Vorstellungen, die von außen einwirken und den Menschen formen. ![[Pasted image 20260314143241.png]] # Grundaktivitäten Die Vorstellung von Grundaktivitäten dient dazu die Vielzahl an Bewegungs- und Aktivitätsmöglichkeiten des Menschen zu kategorisieren und somit besser verständlich und anschaulich zu machen. ## Aktivitäten der Oberen Extremitäten (Ox) ### Manipulieren - die Hand im Raum bewegen, ggf mit einem Gegenstand darin. Punktum fixum ist der Körper, Punktum mobile die Hand - (Feinmotorik - distaler Fokus, Fokus auf Bewegung der Finger - ist nicht Bereich der Physiotherapie) - Grobmotorik - proximaler Fokus, Fokus auf Bewegung der Hand ### Stützen - mit der Hand an etwas abstützen. Punktum fixum ist die Hand, Punktum mobile der Körper - vorderseitig - rückseitig - seitwärts - überkopf ### Hängen - mit der Hand an etwas hängen. Punktum fixum ist die Hand, Punktum mobile der Körper - horizontal - vertikal - rückwärts ## Aktivitäten des Rumpfes (Rx) ### Bewegen - Segmente der Wirbelsäule bewegen ### Halten - die Wirbelsäule stabil halten gegen Krafteinwirkungen ## Aktivitäten der Unteren Extremitäten ### Lokomotion - Fortbewegungen in unterschiedlicher Ausführung - Gehen - Laufen/Rennen/Sprinten - Springen ### Balancieren - das Gleichgewicht halten in unterschiedlichen Situationen - (Einbein-)Stehen - über etwas balancieren ### Aufstehen/Hinsetzen - den Körper über die Beine runter lassen und wieder hoch bringen - Sitzarten - Hocken - Kniebeugen # Evolutionäre Diskrepanz Wir sehen den Menschen evolutionär geformt aus seiner natürlichen Umwelt und führen eine Vielzahl an Leiden und sogenannte Zivilisationskrankheiten auf die geschaffene Diskrepanz zum artgerechten Leben zurück. In diesem Zusammenhang beschäftigt sich die Physiotherapie insbesondere mit den Folgen von Bewegungsmangel und verminderter physischer Belastbarkeit. Ihre Aufgabe besteht immer auch darin über den Wert von Bewegung, Belastung und Adaption aufzuklären. Wir nutzen hierzu die Idee der nahrhaften Bewegung. Wie sieht die Umwelt eines Menschen aus, in der er lebt? - heute in modernen Großstädten (Amsterdam, Tokio, Dubai) - vor 100 J. (Weltkriege) - vor 500 J. (Renaissance) - vor 2000 J. (Rom) - vor 4000 J. (Ägypten) - vor 12000 J. (Neolithische Revolution) - vor 300000 J. (ältester Sapiens-Fund) Die Umwelt aus der der Mensch sich entwickelt und an die er sich angepasst hat ist verschwunden. Viele Menschen haben den Bezug nicht nur zu ihrer Umwelt (vgl. Klimawandel), sondern in ähnlicher Weise auch zu ihrem Körper verloren. Der Mensch ist noch immer ausgelegt für das Leben in der Natur und völlig unangepasst gegenüber einer maßlosen modernen Welt des Überflusses.(vgl. Schlaraffenland ; Leben im Zoo ; Epidemiologie der Zivilsationskrankheiten) # Systemtheorie ## Systemebenen ## Anpassung aus systemtheoretischer Sicht # Salutogenese