# Biopsychosoziales Modell (BPSM) - mehrdimensional - biologische, psychische, soziale Ebene - vgl. Systemebenen, ## Kontextfaktoren - in welchem biopsychosozialen Kontext befindet sich der Mensch? ### biologische Kontextfaktoren #### Alter - im Alter nimmt die Qualität des Bindegewebes ab und der Mensch ist zunehmend von degenerativen Prozessen betroffen. Die Belastbarkeit sinkt mit dem Alter und das Risiko für systemische Erkrankungen steigt. #### Geschlecht - viele systemische Erkrankungen, aber auch einige muskuloskelettale Gesundheitsprobleme treten geschlechtsspezifisch gehäuft auf #### Vorerkrankungen und Nebendiagnosen - vorangegangene Traumen, Operationen oder andere Nebendiagnosen spielen eine große Rolle in der Beurteilung der allgemeinen und lokalen Belastbarkeit #### Aktivitätsniveau und Trainingszustand - den aktuellen Trainingszustand und das Aktivitätsniveau, also Häufigkeit, Dauer und Art der Aktivitäten des Patienten zu beurteilen, ist entscheidend, um Rückschlüsse auf die Belastbarkeit zu ziehen und konkrete Maßnahmen anzusetzen #### Schlaf - Einschlaf- und Durchschlafprobleme sind ein starker negativ beeinflussender Faktor in Bezug auf die Lösung von Gesundheitsproblemen. Der Mensch braucht Schlaf um die in der Intervention angestoßenen Adaptionsprozesse auch umsetzen zu können. #### Ernährung - ähnlich wie beim Schlaf spielt die Ernährung eine wichtige Rolle bei der Umsetzung von Adaptionsprozessen. In der modernen Welt leiden jedoch die wenigsten Menschen an einem Mangel. Insbesondere sollte jedoch bei vegetarischer/veganer Ernährung nach der täglichen Proteinzufuhr gefragt und eine Versorgung mit allen essenziellen Aminosäuren sichergestellt sein. #### Medikamente und Substanzgebrauch - Schmerzmittel, Kortison, Beta-Blocker und andere Medikamente müssen erfasst sein und geben wichtige Hinweise auf die Belastbarkeit des Menschen, ebenso Drogenabusus durch Alkohol, Nikotin oder anderes. ### psychologische Kontextfaktoren #### Krankheitskognition - was ein Patient über seine Problematik denkt und welches Narrativ er benutzt, bestimmt das **Krankheitsverhalten** im Alltag und im therapeutischen Kontext und beeinflusst wesentlich den Outcome. - **Identität einer Krankheit** - „Was fehlt mir?“ - **Verlauf** - „Wie lange wird das dauern?“ - **Ursache** - „Wie kommt es dazu?“ - **Konsequenz** - „Welche Folgen hat dies?“ - **Kontrolle** - „Wie kann ich oder jemand anderes Einfluss nehmen?“ #### Emotionale Deutung #### Eigenverantwortlichkeit - Patienten erhalten im Zuge der Therapie Möglichkeiten ihr gesundheitliches Problem und Beschwerden selbst zu beeinflussen. Selbstwirksamkeit wird hergestellt. - der Patient integriert die Behandlung und den Umgang mit seinem gesundheitlichen Problem in sein Leben. - der Therapeut steht der Entwicklung der Eigenverantwortlichkeit des Patienten nicht im Wege, in dem er keine Abhängigkeit zur Therapie herstellt (vergl. Dauerpatienten) #### Wünsche und Hoffnungen - Erwartungen - Erfahrungen - Ängste ### soziale Kontextfaktoren - Beruf - soziale Rollen - sozialer Status - Absicherung - Vorsicht bei der Vermutung eines sekundären Krankheitsgewinns ; Vermeidung von Unterstellungen! ## Placebo ## Nozebo # Belastungs-Belastbarkeitsmodell und Eimer-Metapher Um [[0.3 Grundlagen#Salutogenese|Gesundheitsprobleme]] verstehbar und erklärbar zu machen, nutzen wir die Vorstellung vom Verhältnis zwischen Belastung und Belastbarkeit des Menschen. Zur Beschreibung des Belastungs-Belastbarkeitsmodells wird die Eimer-Metapher genutzt. Sie stellt dar, welche Faktoren sich positiv oder negativ auf die Entstehung oder Lösung eines [[0.3 Grundlagen#Salutogenese|Gesundheitsproblems]] auswirken und leitet daraus sowohl die möglichen Strategien, als auch die physiotherapeutischen Maßnahmen ab. ![[Pasted image 20260310164952.png]] Der Eimer steht für die Belastbarkeit, in den Belastungen wie Wasser eingefüllt werden. Läuft der Eimer über, indem die Belastung die Belastungsgrenze ^belastungsgrenze übersteigt, dann entsteht ein [[0.3 Grundlagen#Salutogenese|Gesundheitsproblem]]. Belastungen addieren sich über die Zeit, verdampfen aber laufend in hohem Maße durch den natürlichen Verlauf, bzw das Bestreben des Körpers nach einem Gleichgewicht. Drei negative Faktoren wirken auf die Entstehung von [[0.3 Grundlagen#Salutogenese|Gesundheitsproblemen]] - - Durch Überlastung wirkt zu viel Belastung ein. - Durch Dekompensation fließt zu wenig Belastung ab. - Durch Dekonditionierung nimmt die Belastbarkeit ab. Drei physiotherapeutische [[Therapieplan#Strategien|Strategien]], oder Möglichkeiten der Einflussnahme ergeben sich - - Einwirkende Belastungen lassen sich durch Entlastung reduzieren, z.B. durch Immobilisationen, Gehhilfen oder Anpassung des Haltungs-/Bewegungsverhaltens. - Belastungen die schon eingewirkt haben, fließen vermehrt durch Kompensation ab. - Die Belastungsgrenze hebt sich an, indem die Belastbarkeit durch Konditionierung zunimmt. # Postural-Strukturell-Biomechanisches-Modell (PSBM) [[#^ledermann2011|(1)]] ## Stabilisation der Wirbelsäule und lumbale Instabilität # Literatur - Lederman, E. (2011). _The fall of the postural-structural-biomechanical model in manual and physical therapies: Exemplified by lower back pain._ Journal of Bodywork and Movement Therapies, 15(2), 131–138. ^ledermann2011